• Gleichermaßen spannend: Vortrag und anschließende Diskussion
  • Alle erhoben sich zum Gedenken an unseren Grafinger Freund Hermann Maier
  • Das Wasserkraftwerk in Uganda hilft, riesige Mengen CO2 einzusparen
  • Schritt für Schritt zur Klimaneutralität © b.goldner

In eine klimaneutrale Wirtschaft

Christoph Lochmüller zeigt den Weg

Der Umbau zu Klimaneutralität hilft Klima und Umwelt, längerfristig aber auch den Unternehmen. Allerdings muss der Staat dafür Anreize schaffen und Hürden beseitigen.

21. Aug. 2021 –

"Gewohnheit und mangelnde Vorstellungskraft sind unsere größten Feinde. Für die riesige Transformation, die uns bevorsteht, brauchen wir visionäre Kraft!", so Bundestags-Direktkandidat Christoph Lochmüller in Bezug auf den ökologischen Umbau unserer Wirtschaft. Wenn das Projekt einer Kreislaufwirtschaft aber gelingt, würden Hunderttausende neue Arbeitsplätze geschaffen. Christoph ist sich sicher: "Wir können das locker leisten!"

Wie man es anpacken sollte - das veranschaulichte er in seinem Vortrag in Ebersberg am Beispiel seines eigenen mittelständischen Unternehmens. Drei Schritte sind zu leisten:
- erstens CO2 vermeiden; 
- zweitens, wo das (noch) nicht möglich ist, den Ausstoß zumindest verringern;
- drittens, wo das (noch) nicht möglich ist, den Ausstoß kompensieren.
Anschließend heißt es, die drei Schritte auf immer niedrigerem Niveau zu wiederholen...!

Der ökologische Umbau seines Betriebs für Aufzugbau und -montage, begann, als die Firma sich 2005 am Ökoprofit-Projekt München beteiligte. Motto von Ökoprofit: "Die Umwelt und das Klima entlasten und Kosten sparen".  Konkret bedeutete das für Lochmüllers Unternehmen zunächst zum Beispiel, dass durch Umbau auf LED-Technik Strom eingespart wurde, dass man Druckluft-Lecks schloss, den Standby-Modus zu reduzieren und Rebound-Effekte zu vermeiden suchte, Benzin-betriebene durch Fahrzeuge mit Dieselmotor ersetzte, Gefahrstoffe wie nitroverdünnte Lacke abschaffte, Blechverschnitte reduzierte und die Recyclingquoten erhöhte. 

Klimabilanz: "Das steht alles in den Rechnungen!"

2019 fiel dann die Entscheidung, klimaneutral zu werden. Das bedeutete zunächst, eine Klimabilanz zu erstellen, indem alle emittierten Treibhausgase ermittelt und in CO2 umgerechnet wurden. Dazu gehören sämtliche Emissionen in Zusammenhang mit Arbeitswegen der Mitarbeiter - der Betrieb hat eine Flotte von 80 Autos -,  auch Hotelübernachtungen und Flügen, außerdem Emissionen durch Wärme, Kühlen, Prozessenergie, Abfall und Papierverbrauch. Der Aufwand für die Berechnung sei gar nicht so groß, so Christoph: "Es steht ja alles in den Rechnungen!" Für 2018 ergab sich für  das Unternehmen ein CO2-Ausstoß von 758 Tonnen, von denen über 80% auf Mobilität und Wärme entfielen. 

"Das muss nun runter auf Null", kommentierte unser Bundestags-Kandidat. Erreichen will er dieses Ziel vor allem durch den Ausbau der Photovoltaikanlage auf dem Firmendach, den Umstieg auf Elektroautos mit Ladestationen auf dem Firmengelände, Wärmedämmung, unter Umständen das Nutzen von Geothermie, das Downsizen von Gebäudeflächen, Digitalisierung und womöglich auch eine Bereinigung des Portfolios. Dass der Dschungel der Förderungen und Subventionen dabei oft kaum überwindliche Hürden setzt, hält er für untragbar. Aufgabe der kommenden Bundesregierung sei, mehr Anreize für den Umbau zu schaffen, etwa durch Einführen der Gemeinwohlökonomie, und die bürokratischen Hürden zu minimieren.

Um verbleibende Emissionen vorläufig zu kompensieren, erwirbt Christophs Unternehmen im Rahmen des Projekts "die Klimaneutralen" der Energieagentur Ebersberg München hochwertige Zertifikate, mit denen es Wasserkraftwerke in Uganda und im Himalaja sowie ein Aufforstungsprojekt in Uruguay unterstützt. 2020 wurde es damit als eines der ersten seiner Branche als klimaneutral zertifiziert. Bis zum Jahr 2030, dazu verpflichten sich "die Klimaneutralen" aber,  werden sie CO2-Neutralität ohne Zertifikat-Zukauf erreichen. 

Von: Bettina Goldner

 

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